Im Rahmen der Digitalisierung von Geschäftsprozessen ist für kleine und mittlere Unternehmen der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) von zentraler Bedeutung, um in Zukunft weiterhin wettbewerbsfähig agieren zu können.Dabei ist nicht nur die Auswahl „der richtigen KI“ entscheidend, sondern auch, wie sie eingeführt, gestaltet und nutzbar gemacht wird. Nur dann ist sichergestellt, dass eine KI-Anwendung akzeptiert und tatsächlich verwendet wird.

In diesem Webinar zeigt Ihnen Dr. Anja Peters von ibi research, warum Usability, also die Benutzerfreundlichkeit, bei KI-Anwendungen von Bedeutung ist und welchen Einfluss sie auf Akzeptanz und Nutzung haben kann.

Inhalte​ des Webinars

  • Verstehen der Benutzerbedürfnisse
  • Usability-Prinzipien
  • Anforderungen an Usability
  • Beurteilung der Usability
  • Prüfung und Optimierung
  • Besonderheiten bei KI-Anwendungen

Zielgruppe

Das Webinar richtet sich an Unternehmer:innen, Geschäftsführende, Projektleitende sowie Interessierte aus KMU. Vorkenntnisse werden dabei nicht benötigt.​​

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Im Zuge der weiter stark voranschreitenden Digitalisierung von Geschäftsprozessen gewinnt der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) zunehmend an Bedeutung. Dabei stehen auch die Rechnungsprozesse besonders im Fokus. In diesem Webinar erhalten Sie einen kompakten Überblick über die Definition sowie aktuelle rechtliche Entwicklungen rund um die elektronische Rechnung (E-Rechnung).

Dr. Stephan Weber von ibi research zeigt Ihnen, welche Potenziale der Einsatz von KI im Rechnungskontext bietet. Im Mittelpunkt steht dabei die Sicherstellung einer hohen Datenqualität – als zentrale Grundlage für effiziente und zukunftsfähige betriebliche Finanzprozesse.

Inhalte​ des Webinars

  • E-Rechnung kompakt: Definition und aktuelle rechtliche Entwicklungen
  • Einsatzpotenziale von KI im Rechnungskontext
  • Notwendigkeit von hoher Datenqualität als zentraler Erfolgsfaktor
  • Vorteile von hoher Datenqualität in betrieblichen Finanzprozessen

Zielgruppe

Das Webinar richtet sich Interessierte aus kleinen und mittleren Unternehmen und dem Handwerk, die in Büro und Verwaltung ihre Geschäfts- und Arbeitsprozesse und dabei insbesondere ihre Rechnungsprozesse digitalisieren möchten.​ Vorkenntnisse sind nicht notwendig.

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In produzierenden Unternehmen wird Künstliche Intelligenz in immer mehr Bereichen eingesetzt, dabei spielt sie auch eine zunehmend größere Rolle in der Qualitätssicherung. Damit Unternehmen KI effektiv nutzen können, ist eine strukturierte Datenaufbereitung essenziell. Um hierbei zu unterstützen, hat das Mittelstand-Digital Zentrum Augsburg einen Leitfaden erstellt.

Die Datenaufbereitung ist ein entscheidender Schritt für die erfolgreiche Implementierung von Künstlicher Intelligenz in der Qualitätssicherung. Der Leitfaden „Datenaufbereitung für KI-Anwendungen in der Qualitätssicherung“ des Mittelstand-Digital Zentrums Augsburg bietet eine detaillierte Anleitung, um Rohdaten effizient zu strukturieren und zu optimieren. Er erklärt, wie Unternehmen Daten sammeln, selektieren und bereinigen können, um sie für KI-basierte Anwendungen nutzbar zu machen. Ebenfalls zeigt er die Arten von Daten, die in den häufigsten Fällen erhoben werden und welche Herausforderungen diese mit sich bringen.

Um einen konkreten Einblick in die Umsetzung von verschiedenen KI-Projekten in der Qualitätssicherung zu geben, geht der Leitfaden auch auf die Praxis ein. Mehrere Anwendungsbeispiele zeigen, wie Unternehmen Künstliche Intelligenz durch gezielte Datenaufbereitung in unterschiedlichen Bereichen nutzen.

Insgesamt unterstreicht der Leitfaden die zentrale Rolle der Vorbereitung für den erfolgreichen Einsatz von KI in der Fertigung und bietet wertvolle Ressourcen für Entscheider:innen aus produzierenden Unternehmen, (angehende) Data Scientists, Automatisierungs-, Digitalisierungs- und KI-Beauftragte sowie Mitarbeitende, die sich über Künstliche Intelligenz informieren möchten.

Leitfaden zum Download

Das Engineering von KI-Systemen erfordert das Managen vieler integraler Artefakte. Dazu gehören u.a. Eingaben wie Datensätze, Konfigurationen wie Hyperparameter und Ausgaben wie Trainingsergebnisse. Häufig ist jedoch das methodische Vorgehen für ein solches Management in der Praxis unklar.

In dieser Schulung gibt Ihnen Alexandros Tsakpinis von der fortiss GmbH eine praktische Einführung in KI-Engineering – weg von der prototypischen Umgebung innerhalb eines Jupyter Notebooks – und zeigt, wie die genannten Bestandteile von KI-Systemen systematisch versioniert und konfiguriert werden können.

In einer Kombination aus kurzen Theorieeinheiten und Live-Coding Sessions können Sie Open-Source-Technologien für eine standardisierte Projektstruktur, Datenversionierung und Experiment Tracking kennenlernen. Zudem gibt es die Möglichkeit aufkommende Fragen und reale Probleme aus Ihren Unternehmen zu diskutieren.

Inhalte​ der Schulung

  • Vergleich zwischen der Entwicklung eines KI-Prototyps in Jupyter Notebook und einer standardisierten Projektstruktur
  • Methoden für Datenversionierung und Experiment Tracking
  • Überblick über Open-Source-Technologien für eine standardisierte Projektstruktur, Datenversionierung und Experiment Tracking

Vorteile für die Teilnehmenden​

  • Sie erkennen die Vorteile wie beispielsweise Nachverfolgbarkeit, welche durch Versionierung von Daten, Modellen und Code entstehen
  • Sie können die Beispiele der Live-Coding Sessions in Ihr Unternehmen übertragen und anwenden

Zielgruppe

Die Veranstaltung richtet sich an technische Mitarbeitende (z. B. Data Scientist, ML Engineer, Software Engineer, Produktmanager).

Wichtig: Für die Schulung sind Python-Kenntnisse inklusive erster Prototypen für eigene KI-Systeme notwendig. Die Teilnahme am dazugehörigen Webinar ist nicht zwingend erforderlich.

Melden Sie sich jetzt kostenfrei an!

Hinweis: Gerne stellen wir Ihnen auf Nachfrage eine Teilnahmebescheinigung aus.

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In diesem Webinar vermittelt Ihnen Korbinian Zöls vom Lehrstuhl fml der Technischen Universität München einen Überblick über die Potenziale von Künstlicher Intelligenz bei der Bildverarbeitung, insbesondere für Anwendungen in Intralogistiksystemen.

Dazu wird ein grundlegendes Verständnis für die Funktionsweise sowie die Einsatzmöglichkeiten von KI-basierter Bildverarbeitung vermittelt. Es werden zudem verschiedene bestehende KI-Werkzeuge vorgestellt und auf die typischen Herausforderungen bei der Umsetzung solcher Systeme eingegangen.

Inhalte

  • Grundlagen der Bildverarbeitung mit Künstlicher Intelligenz
  • Aufzeigen von Potenzialen und Herausforderungen bei der Umsetzung von KI-basierter Bildverarbeitung
  • Vorstellung bestehender KI-Tools zur Bildverarbeitung

Zielgruppe

Das Webinar ist für Interessierte aus kleinen und mittleren Unternehmen, die mehr zum Thema Bildverarbeitung mittels KI lernen möchten. Vorkenntnisse werden dabei nicht benötigt.​​

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Bei unserem Thementag beim Softwareunternehmen remberg in München geben wir Ihnen die Gelegenheit, einen genaueren Blick auf die verschiedenen Einsatzmöglichkeiten von Künstlicher Intelligenz in der Industrie zu werfen.

Unser KI-Trainer Sebastian Maier vom Fraunhofer IGCV vermittelt Ihnen in seinem Vortrag, wie Sie Ihre Produktionsprozesse mithilfe innovativer KI-Methoden intelligent gestalten können. Julian Borg von remberg wird in seinem Vortrag darauf eingehen, wie deren Software die Instandhaltungsteams mithilfe generativer KI dabei unterstützt, Maschinenprobleme in Sekundenschnelle zu lösen. Dabei wird er nicht nur den aktuellen Stand vorstellen, sondern auch aufzeigen, welches Potenzial KI in Zukunft bietet – und welche spannenden Möglichkeiten sich daraus für die Instandhaltung ergeben.

In der Kaffeepause haben Sie die Möglichkeit Ihre Fragen an unseren KI-Trainer zu stellen oder sich über weitere Angebote des Mittelstand-Digital Zentrums Augsburg zu informieren. Zum Ausklang des Tages können Sie beim Get-togehter und Barbecue auf der Dachterasse von remberg die gewonnenen Eindrücke diskutieren und wertvolle Kontakte knüpfen.

Tagesablauf

14:00 – 14:30 Uhr
Begrüßung und Vorstellung des Mittelstand-Digital Zentrums Augsburg
Elias Bernhart, Leiter des Mittelstand-Digital Zentrums Augsburg, VDMA Bayern

Begrüßung und Vorstellung remberg
Julia Venhofen, Head of Sales remberg

14:30 – 15:15 Uhr
Vortrag „Künstliche Intelligenz in der Produktion“
Sebastian Maier, Wissenschaftlicher Mitarbeiter Mittelstand-Digital Zentrum Augsburg, Fraunhofer IGCV

15:15 – 15:45 Uhr
Kaffeepause und Networking

15:45 – 16:30 Uhr
Vortrag „Wie KI die Industrie revolutioniert: Chancen für die Instandhaltung“
Julian Borg, CPO remberg

16:30 – 17:00 Uhr
Wrap-up des Tages und Umfrage

17:00 – 19:30 Uhr
Barbecue & Get-together

Die Veranstaltung richtet sich an Geschäftsführende und Mitarbeitende aus kleinen und mittleren Unternehmen, die verschiedene Einsatzmöglichkeiten von Künstlicher Intelligenz kennenlernen möchten.

Die Veranstaltung ist kostenfrei. Bitte beachten Sie, dass die Teilnehmeranzahl begrenzt ist und Plätze nach dem Eingangsdatum vergeben werden. Seien Sie deshalb schnell und melden Sie sich gleich an!

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Im Alltagsgebrauch wird „Optimierung“ meist mit „etwas besser machen“ gleichgesetzt. Mathematische Optimierung meint hingegen „das nachweisbar Beste machen“. Maßgeschneiderte Optimierungsalgorithmen ermöglichen es für individuelle Problemstellungen die optimale Lösung zu finden, um Ressourcen effizient einzusetzen und die Nachhaltigkeit von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) zu stärken. Die Anwendungen solcher Optimierungsalgorithmen sind vielfältig und reichen von Planungsprozessen aus der Produktion bis hin zur Entscheidungsunterstützung in der Logistik.​

Lernen Sie im Webinar von unseren Expert:innen Martina Kuchlbauer und Christopher Scholl vom Fraunhofer IIS die Grundlagen mathematischer Optimierung und unterschiedliche Anwendungskontexte in der Praxis kennen. ​

Außerdem bekommen Sie einen Einblick in unser selbst entwickeltes Online-Spiel „Planning Puzzle“, bei dem Sie Planungsaufgaben lösen können und das Ihnen verdeutlicht, warum es sich lohnt Künstliche Intelligenz und mathematische Optimierung zu nutzen.
Zum Online-Spiel

Inhalte​ des Webinars

  • Kurze Begriffsklärung „Optimierung“ und „Nachhaltigkeit“
  • Anwendungskontexte für Optimierungsalgorithmen (u. a. Touren- / Produktions- / Personaleinsatzplanung)
  • Umsetzung in der Praxis und Mehrwert von Optimierungsalgorithmen 

Zielgruppe

  • Planungsfachkräfte für die Bereiche Logistik, Produktion, Einkauf oder Vertrieb
  • Verantwortliche aus den Bereichen Strategie, Nachhaltigkeit, Digitalisierung und Entwicklung
  • Datenexpert:innen und IT-Fachkräfte
  • Personen mit einem Interesse an der Optimierung von Entscheidungen

Ergänzend zum Webinar bietet das Mittelstand-Digital Zentrum Augsburg den Onlinekurs „Gut, besser, KI? Wie Optimierungsalgorithmen für mehr Nachhaltigkeit sorgen“ an. Lernen Sie, was man unter den Begriffen „Nachhaltigkeit“ und „Optimierung“ versteht und wie Optimierungsmodelle aufgebaut sind. Zum Onlinekurs

Für das Webinar werden keinerlei Vorkenntnisse benötigt. Melden Sie sich jetzt kostenfrei an!​ Die Zugangsdaten senden wir Ihnen vorher rechtzeitig per E-Mail zu.

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Das Fürther Unternehmen solectrix GmbH ist auf die Entwicklung von Kamerasystemen spezialisiert, die unter anderem im Bereich des Arbeitsschutzes Verwendung finden, indem beispielsweise Personen in der Nähe von Flurförderfahrzeugen erkannt werden. Dazu kommt ein KI-Modell zum Einsatz, welches durch annotierte Bilder trainiert wird. Manuelle Annotation ist jedoch zeit- und kostenintensiv, weshalb das Unternehmen untersuchen wollte, wie die manuelle Bildannotation durch automatisierte Tools effizienter gestaltet werden kann. Verschiedene Annotationstools wurden in einem Projekt mit dem Augsburger Zentrum getestet.

In dem Unternehmen aus dem Bereich Elektronikentwicklung und -fertigung sind mehr als 120 Mitarbeitende beschäftigt, die unter anderem daran arbeiten, ihre Kunden mit Kamerasystemen auszustatten. Diese werden für die Erkennung von Objekten, auch Objektdetektion genannt, verwendet. Im industriellen Umfeld können diese zum Beispiel an Gabelstaplern angebracht und dafür genutzt werden, um Personen zu erkennen und so Arbeitsunfälle zu verhindern. Hierfür wird Künstliche Intelligenz eingesetzt, wobei viele Daten benötigt werden, um das KI-Modell auf deren Grundlage zu trainieren.

Diese Daten sind bei Solectrix zwar vorhanden, zum Beispiel von Baustellen, allerdings müssen diese aufwändig annotiert werden – ein wichtiger Schritt im Prozess für die Objektdetektion. Bei der Annotation werden den Daten Kontext-Informationen hinzugefügt, die für das Training des KI-Modells entscheidend sind. Im konkreten Fall der Bildannotation bedeutet dies das Markieren und Beschriften von Objekten innerhalb eines Bildes.

Manuelles Annotieren, also die händische Bearbeitung durch eine Person, ist sehr kostspielig und zeitaufwändig. Daher hatte das Unternehmen eine klare Fragestellung, die es im Rahmen des Projekts mit dem Mittelstand-Digital Zentrum Augsburg angehen wollte: Wie können wir die manuelle Annotation von Bilddaten effizienter gestalten?

Manuelle und automatisierte Annotation von Bilddaten im Vergleich

Die Idee bestand darin, zu recherchieren, welche Tools zur automatischen Annotation existieren. Vier verschiedene Tools hat Mittelstand-Digital Experte Christopher Sobel vom Fraunhofer IIS im Team getestet und evaluiert, um herauszufinden, wie gut sie im Vergleich zur menschlichen Annotation abschneiden. Das konkrete Problem, das gelöst werden sollte, war die Verbesserung der Effizienz und der Genauigkeit der Bilddatenannotation. Da die Qualität der Annotation einen großen Einfluss auf die Zuverlässigkeit der späteren KI-Modelle hat, ist es umso wichtiger bei der Auswahl des geeigneten Tools sorgfältig vorzugehen.

Für die Datensammlung wurden zu Beginn mehrere Videos in der L.I.N.K. Testhalle am Fraunhofer IIS Standort Nürnberg aufgenommen. Um eine möglichst realistische Datengrundlage zu erfassen, waren dabei die Kameras an einem Gabelstapler angebracht und es wurden verschiedene Szenarien dargestellt: Die Beleuchtung in der Halle wurde an- und ausgeschaltet, der Gabelstapler bzw. die Personen haben sich bewegt oder sind gestanden oder Personen wurden durch andere Objekte verdeckt.

Nach der Datenaufnahmen folgte im nächsten Schritt die manuelle Annotation. Dazu wurden einige tausend Frames (Bilder) händisch gelabelt. Dies wird gemacht, um sogenannte Ground Truth Daten zu erzeugen. Diese Daten sind die tatsächlichen, beobachteten Daten, die als verlässliche Referenz für die Vorhersagen des Modells dienen. Die Annotation erfolgte mithilfe eines Tools, bei dem manuell sogenannte Bounding Boxes um die Personen gezogen und die entsprechenden Klassen zugewiesen wurden.

Im Vergleich dazu wurde mit sogenannten Zero-Shot-Modellen gearbeitet. Diese Modelle erfordern kein Training und können sofort verwendet werden. Sie verstehen natürliche Sprache und identifizieren Objekte auf einem ungelabelten Bild anhand deren textueller Beschreibung (z. B. Mensch, Hund, …). Das Ergebnis ist eine Bounding Box um das erkannte Objekt. Während die manuelle Annotation 40 Stunden in Anspruch genommen hat, konnten die getesteten Zero-Shot-Modelle dies in 2 bis 20 Minuten erledigen.

Um die Modelle bewerten zu können, kamen Metriken zum Einsatz, unter anderem die „Intersection over Union“ (IoU). Diese bestimmt die Genauigkeit der Modelle, indem die Ground Truth Daten mit der Vorhersage des Modells verglichen werden. Ein höherer IoU-Wert deutet demnach auf eine bessere Übereinstimmung hin. Die Ergebnisse der Tests zeigen, dass die automatische Annotation eine vielversprechende Lösung für die Herausforderungen der manuellen Bilddatenannotation darstellt.

Welches Modell passt am besten?

Im nächsten Schritt wurden YOLO-Modelle, die der Echtzeit-Objekterkennung dienen, sowohl mit den auto-annotierten Daten als auch mit dem Ground Truth-Datensatz trainiert. Diese Modelle wurden dann auf einem vorab definierten Testdatensatz verglichen, um zu bewerten, wie sich die Qualität der automatischen Annotation auf die Leistung der trainierten YOLO-Modelle auswirkt.

Die Ergebnisse zeigen: Die automatische Annotation von Bilddaten ist effektiv. Die sogenannte „mean average Precision“ (mAP) der mit automatisch annotierten Bilddaten trainierten YOLO-Modelle war im besten Fall nur um 7 % geringer als die des mit Ground Truth Daten trainierten Modells. Es gibt also geringfügige Einbußen bei der Performance, jedoch eine signifikante Zeitersparnis beim Annotieren der Daten um den Faktor 120. Dies macht den Ansatz besonders wertvoll für Unternehmen, die große Mengen an Bilddaten verarbeiten müssen, jedoch nicht über die Ressourcen verfügen, die überwältigenden Mengen an Daten manuell zu annotieren.

Der neue Kühlanhänger zeigt den Fehlercode A237 – was muss ich tun?“ – Kaum ist die Frage an den Chatbot gestellt, schon sucht die KI im Hintergrund die Information aus der Bedienungsanleitung des Herstellers und spielt die Antwort an den Monteur zurück. So oder so ähnlich hat sich GBS Kühlanlagen die Lösung vorgestellt, als sie die Fachleute des Mittelstand-Digital Zentrums Augsburg mit ins Boot genommen haben.

Herausforderungen im demografischen Wandel

Der Handwerksbetrieb aus Gersthofen, der seit 1984 auf Kälte- und Klimatechnik spezialisiert ist, hat sich im Laufe der Jahre stark weiterentwickelt. Mit einem Team von 26 Mitarbeitenden hat sich nicht nur die Anzahl der Beschäftigten erhöht, sondern auch das erforderliche Fachwissen vervielfacht. Abhängig vom Hersteller, dem Einsatzumfeld oder auch der Größe des Kühlsystems variieren die Anforderungen an Montage und Wartung. Vor allem jüngere Mitarbeitende setzen dabei auf das wertvolle Wissen und die Erfahrung der älteren Kolleg:innen und greifen schnell zum Telefon. Insbesondere da sich die ältere Generation allmählich in den Ruhestand begibt, stellen diese Entwicklungen das Unternehmen vor neue Herausforderungen. So ist der Wunsch nach der Implementierung eines Chatbots entstanden. Er soll eine zukunftsfähige Lösung sein, welche den Wissensaustausch fördert und den Mitarbeitenden jederzeit zur Verfügung steht.

Welche Vorteile die Digitalisierung der Unternehmensprozesse mit sich bringt, haben die beiden Geschäftsführer, Dominik Wildner und Dominik Stark, bereits erkannt. In den letzten Jahren haben sie eine breite Systemlandschaft aufgebaut, die die Abläufe in verschiedenen Abteilungen unterstützt. So nutzen sie nicht nur handelsübliche Cloud-Lösungen für die Ablage von Bedienungs- und Montageanleitungen, sondern beispielsweise auch ein Ticket-System für die Personaleinsatzplanung, ein CRM-System für das Kundendatenmanagement oder ein ERP-System. Doch die Geschäftsführer möchten mehr – sie wollen „den KI-Zug nicht verpassen“ und haben sich Unterstützung aus dem Mittelstand-Digital Zentrum Augsburg geholt.

Mitarbeitende der Firma GBS Kühlanlagen

Vom Wunsch zur Realität – eine Roadmap

Die Mittelstand-Digital Expertin Saskia Hutschenreiter und der Mittestand-Digital KI-Trainer Sebastian Maier haben im Unternehmen eine Potenzialanalyse durchgeführt und dabei einen tiefen Blick in die Systemlandschaft des Betriebs geworfen. Sie fokussierten sich dabei vor allem auf die wichtigste Anforderung eines Chatbots: eine passende Datengrundlage. Hier mussten die Expert:innen die beiden Geschäftsführer auf den Boden der Tatsachen zurückbringen. Aktuell liegen die Daten über verschiedene Systeme verteilt und es besteht für die Monteur:innen keine einheitliche Dokumentationspflicht, wie sie beispielsweise beim Beheben von Fehlern in der Montage sinnvoll wäre, um bei einem erneuten Auftreten des Problems direkt eine Lösung parat zu haben. So haben die Expert:innen basierend auf ihren Erkenntnissen in mehreren Gesprächen im Betrieb vor Ort und online aufgezeigt, wie eine geeignete Roadmap auf dem Weg in ein smarteres Wissensmanagement aussehen kann. Ziel ist es, zunächst eine geeignete Datenschnittstelle zu schaffen, anschließend eine zentrale Datenbank aufzubauen und so schlussendlich ein KI-System aufzusetzen, auf welchem der Chatbot aufbauen kann.

Der erste Schritt (Schaffen der Datenschnittstelle) bildet die Grundlage für die Integration der verschiedenen Systeme und Dateiablagen. Hierbei werden die bestehenden Datenquellen analysiert, um herauszufinden, welche Daten für den Anwendungsfall überhaupt von Bedeutung sind. Außerdem muss geprüft werden, welche Schnittstellen schon zur Verfügung stehen, um hier Mehraufwand zu vermeiden. Auch Implementierungsdauer und -kosten gilt es abzuwägen.

Im zweiten Schritt (Aufbau der zentralen Datenbank) wird die zentrale Datenbank eingerichtet. Hier boten die Expert:innen zwei Ansätze zur Auswahl an: relationale oder graphbasierte Datenbanken. Während relationale Systeme gut für komplexe Filterungen oder Datenaggregationen geeignet sind (z. B. „Liste mir alle Hersteller und deren Preislisten für Kühlanhänger auf.“), bieten graphbasierte Lösungen intuitivere Möglichkeiten, um zusammenhängende Informationen zu suchen (z. B. „Wie haben wir den Fehler mit dem Code A237 im letzten halben Jahr an diesem Kühlanhänger gelöst?“).

Der letzte Schritt (Aufsetzen des KI-Systems) umfasst die Implementierung eines Retrieval Augmented Generation (RAG)-Systems. Dieses innovative, aktuell stark beforschte, KI-System nutzt die zentrale Datenbank, um schnell und präzise Antworten auf technische Fragen der Monteur:innen zu liefern. Durch die Kombination der Datenbankabfragen mit einem großen Sprachmodell (Large Language Model) können die Monteur:innen innerhalb weniger Sekunden die benötigten Informationen abrufen.

Die Umsetzung der Roadmap hält zukünftig also nicht nur das Wissen im Unternehmen, sondern steigert auch die Effizienz der Arbeit. Die Monteur:innen können schneller auf technische Herausforderungen reagieren und wertvolle Zeit sparen. Außerdem sammelt GBS Kühlanlagen so erste Erfahrungen im Aufsetzen von KI-Projekten und baut sich eine gute Basis für zukünftige Vorhaben auf. Erweitert man die Datengrundlage beispielsweise um die durchschnittlichen Lieferzeiten des eingesetzten Materials, kann die Lösung auch in der Arbeitsvorbereitung unterstützen.

Umsetzung der ersten Schritte

Direkt im Anschluss an die Ergebnispräsentation der Potenzialanalyse sind die beiden Geschäftsführer in den Austausch mit einem möglichen Lösungsanbieter gegangen. Gemeinsam planen sie die Umsetzung der ersten Schritte der Roadmap. Auch über das Wissensmanagement im Montage- und Wartungsalltag hinaus, sieht GBS Kühlanlagen für sich einen großen Mehrwert durch die Einführung von Künstlicher Intelligenz. Weitere Ideen beziehen sich beispielsweise auf den Erstkontakt mit Kunden. Hier könnte, wenn mal wieder Not am Mann oder der Frau ist, ein sprechender Chatbot gezielt die erforderlichen Eckdaten abfragen und eine Zusammenfassung an das Service-Team senden.