Jeden Tag entstehen in Unternehmen wertvolle Informationen – sei es bei Serviceeinsätzen, Kundenanfragen oder der Inbetriebnahme von Maschinen. Doch häufig sind diese auf verschiedene Systeme verteilt und damit nur schwer auffindbar. Ein Sondermaschinenbauer wollte diese Herausforderung gemeinsam mit dem Mittelstand-Digital Zentrum Augsburg lösen. Herausgekommen ist ein Ansatz, bei dem Künstliche Intelligenz hilft, vorhandenes Unternehmenswissen einfacher zugänglich zu machen.

Wissen über verschiedene Systeme verteilt

Die Dorst Technologies GmbH mit Sitz in Kochel am See produziert Maschinen und Anlagen zur Herstellung und Formgebung von Sintermetallen, Hartmetallen und keramischen Pulvern. Im Unternehmen ist umfangreiches Wissen vorhanden und wird täglich erweitert – durch Servicemeldungen, technische Dokumentationen sowie Erfahrungswerte aus dem Kundenservice.

Diese Informationen sind jedoch über zahlreiche isolierte Systeme und Abteilungen verteilt unter anderem im ERP-System, dem firmeninternen Wiki, E-Mail-Postfächern sowie verschiedenen Dateiablagen und Archivsystemen. Teilweise liegen Informationen mehrfach vor und gleichzeitig sind dazugehörige Dokumente maschinell nicht auslesbar. Zudem ist der manuelle Aufwand der Datenpflege im internen Wiki für die Mitarbeitenden sehr hoch, die Informationen werden nicht immer einheitlich oder vollständig dokumentiert und die Zuständigkeiten sind unklar.

All das erschwert die tägliche Arbeit, denn will ein Servicemitarbeitender beispielsweise herausfinden, ob eine bestimmte Fehlermeldung bereits bekannt ist, müssen zeitaufwändig oft mehrere Systeme durchsucht werden und bei unvollständiger Dokumentation ist wertvolles Erfahrungswissen nur eingeschränkt nutzbar.

Analyse der bestehenden Prozesse

Um das Wissen künftig zu sichern und ein einheitliches Vorgehen zu etablieren, wollte der Sondermaschinenbauer Künstliche Intelligenz nutzen. Herbert Gröbl, Leiter der IT, wurde hier durch das Projektteam des Mittelstand-Digital Zentrums Augsburg rund um Florian Spiegel, Markus Ludsteck und Justine Forest von der Technischen Universität München unterstützt.

„Unsere Erwartungshaltung war, ein Konzept zu bekommen, wie wir mit KI-Unterstützung unsere Daten – die in allen möglichen Plattformen gespeichert sind – wie wir das zusammenführen können und für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein System bauen können, das leicht zu bedienen ist und vor allen Dingen das versteckte Wissen in diesen verschiedenen Plattformen tatsächlich hebt.“

Herbert Gröbl, Leiter IT, Dorst Technologies

Zu Beginn des Vorhabens wurden die bestehenden Prozesse durch Interviews mit den Mitarbeitenden aus Service, Technik, Konstruktion und IT untersucht. Der aktuelle Umgang mit Wissen im Unternehmen konnte so analysiert und konkrete Bedarfe für ein zukünftiges Wissensmanagement identifiziert werden.

Die Auswertung hat gezeigt, dass weniger fehlendes Wissen als vielmehr dessen Verfügbarkeit aufgrund der unterschiedlichen Formate und Systeme die zentrale Herausforderung darstellt. Gleichzeitig hat sich das ERP-System als die vollständigste und am konsequentesten gepflegte Wissensquelle des Unternehmens erwiesen. Daher wurde entschieden, dort den Ausgangspunkt für eine zukünftige Lösung zu setzen.

Wissensmanagement

Wissensmanagement fasst alle strategischen und operativen Tätigkeiten sowie Managementaufgaben zusammen, um die strukturierte Erfassung, Speicherung und Bereitstellung von Wissen innerhalb eines Unternehmens zu gewährleisten. Ziel ist es, Erfahrungswerte, Dokumentationen und Fachwissen dauerhaft zugänglich zu machen, damit Informationen nicht nur einzelnen Mitarbeitenden zur Verfügung stehen, sondern im gesamten Unternehmen genutzt werden können.

KI-gestützte Wissenssuche mit Retrieval Augmented Generation

Mit dieser Analyse hat das Projektteam ein Konzept für eine zentrale Wissensplattform entwickelt. Mitarbeitende sollen künftig über eine einheitliche Oberfläche auf relevantes Wissen zugreifen können – unabhängig davon, wo die Informationen ursprünglich gespeichert wurden.

Die Bedienung ist dabei als Chatbot vorgesehen, der sowohl am Arbeitsplatz als auch mobil genutzt werden kann. Meldet beispielsweise eine Maschine einen bestimmten Fehlercode, soll das System automatisch ähnliche Fälle, bereits dokumentierte Lösungswege und relevante Unterlagen anzeigen.

Für die technische Umsetzung wurde Retrieval Augmented Generation als sinnvollste Lösung identifiziert, wobei die KI relevante Unternehmensdaten durchsucht und diese Informationen anschließend für die Antwortgenerierung nutzt. Dabei dient das ERP-System als primäre Quelle, aber auch das Wiki, technische Dokumentationen oder PDF-Dateien können als sekundäre Quellen in die Suche einbezogen werden.

Retrieval Augmented Generation (RAG)

Retrieval Augmented Generation (dt.: Abfrage-erweiterte Generierung) ist eine Hybrid-Architektur, die die sprachliche Kompetenz eines Großen Sprachmodells (Large Language Model, kurz LLM) mit dem fachlichen Tiefenwissen einer externen Datenbank kombiniert. Statt ein KI-Modell aufwendig neu zu trainieren, greift RAG gezielt auf bestehende Dokumente zu, sodass Antworten auf Basis aktueller und unternehmensinterner Informationen generiert werden können.

Zunächst werden relevante Informationen aus unterschiedlichen Systemen aufbereitet und in einer sogenannten Vektordatenbank gespeichert. Im Gegensatz zur rein schlagwortbasierten Suche ermöglicht die Vektorsuche, Informationen anhand ihrer semantischen Ähnlichkeit zu finden. Dadurch können Zusammenhänge zwischen Dokumenten erkannt werden, selbst wenn unterschiedliche Begriffe verwendet werden. Hierfür werden Texte in Vektoren (Embeddings) umgewandelt. Das sind lange Zahlenreihen, die die Bedeutung eines Wortes oder Satzes in einem mathematischen Raum repräsentieren.

Stellt ein Mitarbeitender eine Frage, wird auch diese Frage in einen Vektor umgewandelt und das System durchsucht die Vektordatenbank nach inhaltlich ähnlichen Informationen. Die gefundenen Informationen werden anschließend zusammen mit der ursprünglichen Frage an das Sprachmodell übergeben. Auf dieser Grundlage formuliert das Modell eine Antwort. Ergänzend können klassische Suchmechanismen und strukturierte Filter, beispielsweise nach Maschinentyp, Dokumentenart oder Erstellungsdatum, genutzt werden. So verringert dieser Ansatz das Risiko fehlerhafter oder frei erfundener Antworten.

Grundlage für zukunftsfähiges Wissensmanagement

Der konkrete Fahrplan für die spätere Einführung sieht vor, zunächst durch kurzfristige Maßnahmen den Umgang mit dem bestehenden Wiki zu erleichtern. Dazu zählen unter anderem verbesserte Vorlagen, Dropdown-Listen, Pflichtfelder sowie klarere Regeln für die Dokumentation. Außerdem sollen Mitarbeitende feste Zeitfenster für die Wissenspflege erhalten.

Im nächsten Schritt steht die Aufbereitung der Daten, das Aufsetzen der Vektordatenbank sowie die Entwicklung eines ersten Prototyps im Fokus. Anschließend können die technische Integration in die bestehende IT-Landschaft und die Anbindung des ERP-Systems erfolgen. Langfristig ist vorgesehen, die Lösung um mobile Anwendungen, weitere Wissensquellen und zusätzliche Funktionen auszubauen.

„Für die Firma Dorst bedeutet das, dass man mit einem initialen relativ hohen Aufwand ein langfristig sehr stabiles Modell aufbauen kann, das auch stetig erweitert werden kann und sich so an den täglichen Bedarf und an wechselnde Anforderungen anpassen lässt.“

Florian Spiegel, Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Mittelstand-Digital Zentrum Augsburg

Das Unternehmen hat nun ein praxisnahes Konzept, das vorhandenes Expertenwissen stärker vernetzen und Suchaufwände reduzieren kann. Gleichzeitig wurde deutlich, dass eine erfolgreiche KI-Lösung vor allem auf einer guten Datenbasis und klaren Prozessen aufbaut. Vor allem für kleine und mittlere Unternehmen ist dies entscheidend, denn mit einem KI-gestützten Wissensmanagement können Mitarbeitende entlastet werden.

Video zum Projekt

Wie können Organisationen ihr Wissen effizient sichern, nutzbar machen und zukunftsfähig weiterentwickeln? Und welche Rolle spielt dabei Künstliche Intelligenz?​

In diesem Webinar erhalten Sie eine Einführung in das Thema Wissensmanagement und lernen die Grundlagen von Künstlicher Intelligenz im organisationalen Kontext kennen. Aufbauend darauf zeigen wir, wie moderne KI-Tools konkret im Wissensmanagement eingesetzt werden können – von der Wissensstrukturierung über die Suche bis hin zur Unterstützung von Mitarbeitenden im Alltag. Praxisnahe Beispiele veranschaulichen, wie KI-basierte Lösungen in der Realität funktionieren und welchen Mehrwert sie bieten können.​

Abgerundet wird das Webinar durch einen Überblick zu rechtlichen Rahmenbedingungen, die beim Einsatz von KI im Wissensmanagement unbedingt berücksichtigt werden sollten.

Melden Sie sich jetzt kostenfrei an!

Die Zugangsdaten senden wir Ihnen vorher rechtzeitig per E-Mail zu.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr erfahren
PraxisbeispieleProjekte
KI-gestütztes Wissensmanagement beim Sondermaschinenbauer

Jeden Tag entstehen in Unternehmen wertvolle Informationen – sei es bei Serviceeinsätzen, ...

Mehr erfahren

Mehr erfahren
Information
Digitaler Produktpass – wie KMU profitieren können

Der Digitale Produktpass (DPP) soll umfassende Informationen über Produkte während ihres gesamten Lebenszyklus ...

Mehr erfahren

Mehr erfahren
PotenzialanalysenPraxisbeispieleProjekte
In einer analogen Druckbranche zum digitalen Geschäftsmodell

Die Mertinger SIGEL GmbH mit ca. 210 Mitarbeitenden aus der Druckbranche bietet eine breite Produktpalette, darunter ...

Mehr erfahren

Mehr erfahren
PotenzialanalysenPraxisbeispiele
Interview über Digitalisierung im Kleinstunternehmen – Offenheit und Neugier machen es möglich

Eine Dreherei mit fünf Mitarbeitenden hat ihren Produktionsprozess nahezu vollständig digitalisiert, aber ...

Mehr erfahren

Mehr erfahren
PotenzialanalysenPraxisbeispiele
Energiemanagement bei großer Anlagenvielfalt im Prototypenbau

Die ModellTechnik Rapid Prototyping GmbH mit ca. 190 Mitarbeitenden in Thüringen fertigt Prototypen für ...

Mehr erfahren

Mehr erfahren
Information
Maschinelles Lernen in der Produktionsplanung

Die Produktionsplanung und -steuerung (PPS) hat das Ziel für eine hohe Auslastung und geringe Bestände zu sorgen, ...

Mehr erfahren

Mehr erfahren
Information
Bedeutung des Datenbestands für erfolgreiche KI-Projekte in KMU

Sie möchten in Ihrem Unternehmen KI-Methoden einsetzen? Dann sollten Sie zuerst Ihren Datenbestand in den Blick ...

Mehr erfahren

Mehr erfahren
Lab TourVeranstaltung
Automatisierung bei der Lab-Tour am TZ PULS

Unter dem Themenschwerpunkt „Intralogistik der Zukunft – Lösungsansätze für den Fachkräftemangel“ fand am 12. ...

Mehr erfahren

Mehr erfahren
Information
Wenn Roboter sehen lernen – Bilderkennung und Sensorik in der autonomen Intralogistik

Autonome Stapler, mobile Roboter und erste humanoide Systeme übernehmen im Lager zunehmend ...

Mehr erfahren

Mehr erfahren
PraxisbeispieleProjekte
Lieferfähigkeit mit KI-gestützter Bestandsplanung optimieren

Möglichst viele Bestellungen noch am Tag ihres Eingangs liefern und gleichzeitig Lagerflächen ...

Mehr erfahren

Wie können Organisationen ihr Wissen effizient sichern, nutzbar machen und zukunftsfähig weiterentwickeln? Und welche Rolle spielt dabei Künstliche Intelligenz?​

​In diesem Webinar erhalten Sie eine Einführung in das Thema Wissensmanagement und lernen die Grundlagen von Künstlicher Intelligenz im organisationalen Kontext kennen. Aufbauend darauf zeigen wir, wie moderne KI-Tools konkret im Wissensmanagement eingesetzt werden können – von der Wissensstrukturierung über die Suche bis hin zur Unterstützung von Mitarbeitenden im Alltag.​

Praxisnahe Beispiele veranschaulichen, wie KI-basierte Lösungen in der Realität funktionieren und welchen Mehrwert sie bieten können.​

​Abgerundet wird das Webinar durch einen Überblick zu rechtlichen Rahmenbedingungen, die beim Einsatz von KI im Wissensmanagement unbedingt berücksichtigt werden sollten.​

Melden Sie sich jetzt kostenfrei an!​

Die Zugangsdaten senden wir Ihnen vorher rechtzeitig per E-Mail zu.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr erfahren
PraxisbeispieleProjekte
KI-gestütztes Wissensmanagement beim Sondermaschinenbauer

Jeden Tag entstehen in Unternehmen wertvolle Informationen – sei es bei Serviceeinsätzen, ...

Mehr erfahren

Mehr erfahren
Information
Digitaler Produktpass – wie KMU profitieren können

Der Digitale Produktpass (DPP) soll umfassende Informationen über Produkte während ihres gesamten Lebenszyklus ...

Mehr erfahren

Mehr erfahren
PotenzialanalysenPraxisbeispieleProjekte
In einer analogen Druckbranche zum digitalen Geschäftsmodell

Die Mertinger SIGEL GmbH mit ca. 210 Mitarbeitenden aus der Druckbranche bietet eine breite Produktpalette, darunter ...

Mehr erfahren

Mehr erfahren
PotenzialanalysenPraxisbeispiele
Interview über Digitalisierung im Kleinstunternehmen – Offenheit und Neugier machen es möglich

Eine Dreherei mit fünf Mitarbeitenden hat ihren Produktionsprozess nahezu vollständig digitalisiert, aber ...

Mehr erfahren

Mehr erfahren
PotenzialanalysenPraxisbeispiele
Energiemanagement bei großer Anlagenvielfalt im Prototypenbau

Die ModellTechnik Rapid Prototyping GmbH mit ca. 190 Mitarbeitenden in Thüringen fertigt Prototypen für ...

Mehr erfahren

Mehr erfahren
Information
Maschinelles Lernen in der Produktionsplanung

Die Produktionsplanung und -steuerung (PPS) hat das Ziel für eine hohe Auslastung und geringe Bestände zu sorgen, ...

Mehr erfahren

Mehr erfahren
Information
Bedeutung des Datenbestands für erfolgreiche KI-Projekte in KMU

Sie möchten in Ihrem Unternehmen KI-Methoden einsetzen? Dann sollten Sie zuerst Ihren Datenbestand in den Blick ...

Mehr erfahren

Mehr erfahren
Lab TourVeranstaltung
Automatisierung bei der Lab-Tour am TZ PULS

Unter dem Themenschwerpunkt „Intralogistik der Zukunft – Lösungsansätze für den Fachkräftemangel“ fand am 12. ...

Mehr erfahren

Mehr erfahren
Information
Wenn Roboter sehen lernen – Bilderkennung und Sensorik in der autonomen Intralogistik

Autonome Stapler, mobile Roboter und erste humanoide Systeme übernehmen im Lager zunehmend ...

Mehr erfahren

Mehr erfahren
PraxisbeispieleProjekte
Lieferfähigkeit mit KI-gestützter Bestandsplanung optimieren

Möglichst viele Bestellungen noch am Tag ihres Eingangs liefern und gleichzeitig Lagerflächen ...

Mehr erfahren

In Anbetracht des strukturellen Wandels von der Industrie- zur Wissensgesellschaft gewinnt der Faktor Wissen stetig an Bedeutung. Aufgrund des demografischen Wandels und der auftretenden Fluktuationsrate gelingt es industriellen Unternehmen zum aktuellen Zeitpunkt oftmals nicht, das abwandernde Erfahrungswissen bezüglich der Ausführung von Montagetätigkeiten, Rüstvorgängen und Einstellparametern nachhaltig zu sichern. ​

Obwohl Wissensmanagement-Methoden wie das betriebliche Vorschlagswesen (BVW) oder der kontinuierliche Verbesserungsprozess (KVP) in vielen Unternehmen bereits Einzug gehalten haben, stellen unabhängig voneinander getätigte Untersuchungen fest, dass nicht einmal jeder siebte Betrieb die notwendigen Prozesse zur Sicherung von Expertenwissen aktiv einsetzt.

Im Webinar behandelt Klaus Fink vom Fraunhofer IGCV Methoden und IT-Systeme zur Identifikation und Vermittlung von innovationsrelevanten Kompetenzen sowie zur inner- und zwischenbetrieblichen Vernetzung der jeweiligen Expert:innen.​

Inhalte​

  • Betrachtung von Wissensprozessen und Wissensmodellen​
  • Konzeptionierung von Anreizsystemen ​

Zielgruppe

  • Produktionsleiter:innen, Monteur:innen, Meister:innen​
  • Personen aus den Bereichen IT, HR oder Arbeitsvorbereitung​
  • Personen aus den Branchen Maschinenbau, Automobilbau, Luftfahrt, etc.

Melden Sie sich jetzt für das kostenfreie Webinar an!

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr erfahren
PraxisbeispieleProjekte
KI-gestütztes Wissensmanagement beim Sondermaschinenbauer

Jeden Tag entstehen in Unternehmen wertvolle Informationen – sei es bei Serviceeinsätzen, ...

Mehr erfahren

Mehr erfahren
Information
Digitaler Produktpass – wie KMU profitieren können

Der Digitale Produktpass (DPP) soll umfassende Informationen über Produkte während ihres gesamten Lebenszyklus ...

Mehr erfahren

Mehr erfahren
PotenzialanalysenPraxisbeispieleProjekte
In einer analogen Druckbranche zum digitalen Geschäftsmodell

Die Mertinger SIGEL GmbH mit ca. 210 Mitarbeitenden aus der Druckbranche bietet eine breite Produktpalette, darunter ...

Mehr erfahren

Mehr erfahren
PotenzialanalysenPraxisbeispiele
Interview über Digitalisierung im Kleinstunternehmen – Offenheit und Neugier machen es möglich

Eine Dreherei mit fünf Mitarbeitenden hat ihren Produktionsprozess nahezu vollständig digitalisiert, aber ...

Mehr erfahren

Mehr erfahren
PotenzialanalysenPraxisbeispiele
Energiemanagement bei großer Anlagenvielfalt im Prototypenbau

Die ModellTechnik Rapid Prototyping GmbH mit ca. 190 Mitarbeitenden in Thüringen fertigt Prototypen für ...

Mehr erfahren

Mehr erfahren
Information
Maschinelles Lernen in der Produktionsplanung

Die Produktionsplanung und -steuerung (PPS) hat das Ziel für eine hohe Auslastung und geringe Bestände zu sorgen, ...

Mehr erfahren

Mehr erfahren
Information
Bedeutung des Datenbestands für erfolgreiche KI-Projekte in KMU

Sie möchten in Ihrem Unternehmen KI-Methoden einsetzen? Dann sollten Sie zuerst Ihren Datenbestand in den Blick ...

Mehr erfahren

Mehr erfahren
Lab TourVeranstaltung
Automatisierung bei der Lab-Tour am TZ PULS

Unter dem Themenschwerpunkt „Intralogistik der Zukunft – Lösungsansätze für den Fachkräftemangel“ fand am 12. ...

Mehr erfahren

Mehr erfahren
Information
Wenn Roboter sehen lernen – Bilderkennung und Sensorik in der autonomen Intralogistik

Autonome Stapler, mobile Roboter und erste humanoide Systeme übernehmen im Lager zunehmend ...

Mehr erfahren

Mehr erfahren
PraxisbeispieleProjekte
Lieferfähigkeit mit KI-gestützter Bestandsplanung optimieren

Möglichst viele Bestellungen noch am Tag ihres Eingangs liefern und gleichzeitig Lagerflächen ...

Mehr erfahren

In Anbetracht des strukturellen Wandels von der Industrie- zur Wissensgesellschaft gewinnt der Faktor Wissen stetig an Bedeutung. Aufgrund des demographischen Wandels und der auftretenden Fluktuationsrate gelingt es industriellen Unternehmen zum aktuellen Zeitpunkt aber oftmals nicht, das abwandernde Erfahrungswissen bezüglich der Ausführung von Montagetätigkeiten, Rüstvorgängen und Einstellparametern nachhaltig zu sichern.

Obwohl Wissensmanagement-Methoden wie das betriebliche Vorschlagswesen (BVW) oder der kontinuierliche Verbesserungsprozess (KVP) in vielen Unternehmen bereits Einzug gehalten haben, stellen unabhängig voneinander getätigte Untersuchungen fest, dass nicht einmal jeder siebte Betrieb die notwendigen Prozesse zur Sicherung von Expertenwissen aktiv einsetzt.

Mit unserem Webinar wollen wir das ändern.
Klaus Fink und Maximilian König vom Fraunhofer IGCV behandeln darin Methoden und IT-Systeme zur Identifikation und Vermittlung von innovationsrelevanten Kompetenzen sowie zur inner- und zwischenbetrieblichen Vernetzung der jeweiligen Expert:innen.

Inhalte des Webinars

  • Betrachtung von Wissensprozessen und Wissensmodellen
  • Konzeptionierung von Anreizsystemen

Zielgruppe

  • Produktionsleiter:innen, Monteur:innen, Meister:innen
  • Personen aus den Bereichen IT, HR oder Arbeitsvorbereitung
  • Personen aus den Branchen Maschinenbau, Automobilbau, Luftfahrt, etc.

Melden Sie sich jetzt für die kostenfreie Teilnahme an.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr erfahren
PraxisbeispieleProjekte
KI-gestütztes Wissensmanagement beim Sondermaschinenbauer

Jeden Tag entstehen in Unternehmen wertvolle Informationen – sei es bei Serviceeinsätzen, ...

Mehr erfahren

Mehr erfahren
Information
Digitaler Produktpass – wie KMU profitieren können

Der Digitale Produktpass (DPP) soll umfassende Informationen über Produkte während ihres gesamten Lebenszyklus ...

Mehr erfahren

Mehr erfahren
PotenzialanalysenPraxisbeispieleProjekte
In einer analogen Druckbranche zum digitalen Geschäftsmodell

Die Mertinger SIGEL GmbH mit ca. 210 Mitarbeitenden aus der Druckbranche bietet eine breite Produktpalette, darunter ...

Mehr erfahren

Mehr erfahren
PotenzialanalysenPraxisbeispiele
Interview über Digitalisierung im Kleinstunternehmen – Offenheit und Neugier machen es möglich

Eine Dreherei mit fünf Mitarbeitenden hat ihren Produktionsprozess nahezu vollständig digitalisiert, aber ...

Mehr erfahren

Mehr erfahren
PotenzialanalysenPraxisbeispiele
Energiemanagement bei großer Anlagenvielfalt im Prototypenbau

Die ModellTechnik Rapid Prototyping GmbH mit ca. 190 Mitarbeitenden in Thüringen fertigt Prototypen für ...

Mehr erfahren

Mehr erfahren
Information
Maschinelles Lernen in der Produktionsplanung

Die Produktionsplanung und -steuerung (PPS) hat das Ziel für eine hohe Auslastung und geringe Bestände zu sorgen, ...

Mehr erfahren

Mehr erfahren
Information
Bedeutung des Datenbestands für erfolgreiche KI-Projekte in KMU

Sie möchten in Ihrem Unternehmen KI-Methoden einsetzen? Dann sollten Sie zuerst Ihren Datenbestand in den Blick ...

Mehr erfahren

Mehr erfahren
Lab TourVeranstaltung
Automatisierung bei der Lab-Tour am TZ PULS

Unter dem Themenschwerpunkt „Intralogistik der Zukunft – Lösungsansätze für den Fachkräftemangel“ fand am 12. ...

Mehr erfahren

Mehr erfahren
Information
Wenn Roboter sehen lernen – Bilderkennung und Sensorik in der autonomen Intralogistik

Autonome Stapler, mobile Roboter und erste humanoide Systeme übernehmen im Lager zunehmend ...

Mehr erfahren

Mehr erfahren
PraxisbeispieleProjekte
Lieferfähigkeit mit KI-gestützter Bestandsplanung optimieren

Möglichst viele Bestellungen noch am Tag ihres Eingangs liefern und gleichzeitig Lagerflächen ...

Mehr erfahren

Aufgrund des demographischen Wandels sowie des zunehmenden Fachkräftemangels wandern wichtige Informationen über Prozesse und Produkte immer wieder von Unternehmen ab, ohne sie zuvor gespeichert und allgemein zugänglich gemacht zu haben. Dabei ist Wissen im Unternehmen eine wichtige Ressource. Doch wie lässt sich Wissen überhaupt definieren? Und wie kann dieses erfolgreich gespeichert und verteilt werden?

Wissen umfasst Prozesse, Technologien, Fähigkeiten, Fertigkeiten und Erfahrungen der Beschäftigten sowie Informationen über Kunden, Märkte und Lieferanten. Im Gegensatz zu Informationen ist Wissen:

  • immer zweckorientiert und dreht sich um das Handeln
  • kontext- und beziehungsspezifisch und dreht sich um eine Bedeutung

 

Formen der Wissensumwandlung

Hinsichtlich der Wissensart wird zwischen implizitem und explizitem Wissen unterschieden. Implizit steht für ein persönliches Wissen, welches sich ausschließlich in den Köpfen einzelner Individuen befindet, eng mit gemachten Erfahrungen verbunden ist und daher für andere nicht zugänglich ist. Im Gegensatz dazu wird Wissen, welches außerhalb von Köpfen einzelner Personen vorhanden bzw. gut artikulierbar ist, als explizit bezeichnet.

Basierend auf dieser Differenzierung wird zwischen vier Kombinationsmöglichkeiten der Wissensteilung und -transformation unterschieden:

  • von implizit zu implizit (Sozialisation)
  • von implizit zu explizit (Externalisierung)
  • von explizit zu implizit (Internalisierung)
  • von explizit zu explizit (Kombination)
Formen der Wissensumwandlung

Im Hinblick auf den Umgang mit Wissen in industriellen Unternehmen ist insbesondere die Externalisierung von besonderer Bedeutung. Diese Form befähigt dazu, dass personifiziertes Wissen dem Unternehmen zugänglich gemacht wird und somit die Grundlage für die darauffolgende Wissensteilung sowie die Internalisierung geschaffen werden kann.

Modelle und Systeme des Wissensmanagements beschäftigen sich intensiv mit der Optimierung und der Effizienzsteigerung bei der innerbetrieblichen Umsetzung der Externalisierung. So verfolgt das Wissensmanagement einerseits die Sicherung und die Verteilung von vorhandenem Wissen, andererseits die Förderung der Kreativität mittels des Verbesserungsmanagements. Hierdurch können sich Mitarbeitende aktiv an der Entwicklung des Unternehmens beteiligen und zum Erfolg im internationalen Wettbewerb beitragen. An dieser Stelle sei darauf hingewiesen, dass das Verbesserungsmanagement oftmals auch als betriebliches Vorschlagswesen (BVW), Ideenmanagement (IDM) oder kontinuierlicher Verbesserungsprozess (KVP) bezeichnet wird.

Teilprozesse des Wissensmanagements

Zur ganzheitlichen Betrachtung des Wissensmanagements unterscheiden gängige Modelle die drei Teilprozesse:

  1. Normativer Wissensprozess
  2. Strategischer Wissensprozess
  3. Operativer Wissensprozess

Der normative Wissensprozess beschreibt dabei die Notwendigkeit einer innovativen und wissensbewussten Unternehmenskultur sowie die aktive Umsetzung eines Wissensleitbildes durch das mittlere und obere Management.

Dahingegen beschäftigt sich der strategische Wissensprozess einerseits mit der Definition zukünftiger Kompetenzfelder und -portfolios zur Abgrenzung von Wettbewerbern, andererseits mit der Definition von Berichtswegen innerhalb der Organisation.

Die Überführung von implizitem in explizites Wissen (Externalisierung) wird im Rahmen des operativen Wissensprozesses detailliert betrachtet. Zudem beschäftigt sich dieser Teilprozess mit der Integration von Anreizen für eine aktive Teilnahme der Mitarbeitenden am Wissensmanagement.

Teilprozesse des Wissensmanagements

Für die innerbetriebliche Implementierung eines erfolgreichen Wissensmanagements bedarf es darüber hinaus der Betrachtung des Wissenstransfers. In diesem Kontext beschreiben aktuelle Forschungsarbeiten zum einen den Wissenssender und zum anderen den Wissensempfänger.

Der Wissenssender besitzt dabei implizites Wissen, welches er bereit ist zu externalisieren. Hierfür wird zunächst ein Zugang zum Transfer des Wissens benötigt. Darüber hinaus muss der Transfer gemäß einem definierten Standard erfolgen, um beispielsweise Sprachbarrieren zu umgehen.

Der Wissensempfänger wiederum benötigt die Fähigkeit geteiltes Wissen aufzunehmen und zu verarbeiten, damit dieses an vorhandenem Wissen angeknüpft werden kann und somit die individuellen Fähigkeiten ausgebaut werden können. Darüber hinaus muss ebenfalls ein Zugang zum Transfer vorhanden sein. Als Transfermedium empfiehlt sich im Zeitalter der Digitalisierung auf eine innerbetrieblich vernetzte Softwarelösung zurückzugreifen, welche eine effiziente Ein- und Ausgabe ermöglicht sowie um Anreize zur aktiven Teilnahme erweiterbar ist.

Beispiel in der Lernfabrik für vernetzte Produktion

Die Umsetzung einer beispielhaften Wissensmanagement-Umgebung, welche mit Anreizelementen und einer Bewertungseinheit ausgestattet ist, ist in der Lernfabrik für vernetzte Produktion am Fraunhofer IGCV in Augsburg integriert. Hier kann die Thematik des innerbetrieblichen Wissensmanagements im Rahmen einer digitalisierten Montagelinie unter realen Bedingungen getestet werden.

Wissen wird hier ausgehend vom Shopfloor digitalisiert an übergeordnete Unternehmensbereiche transferiert. Dort angelangt wird das Wissen gewichtet nach unterschiedlichen Kriterien bewertet und kann daraufhin beispielsweise in verknüpfte Datenbanken überführt und damit wieder nutzbar gemacht, oder in den kontinuierlichen Verbesserungsprozess überführt werden.

Eine standardisierte Bewertung trägt dazu bei, den Mehrwert der externalisierten Erfahrungen und Verbesserungsvorschläge in Abgleich zur IST-Situation des Unternehmens einzuordnen bzw. zu beziffern. Eine solche Bewertung erlaubt außerdem, den Input der Mitarbeitenden zu belohnen und über Gamification-Elemente wie Punktezahlen und Highscores Anreize zu schaffen. Die Eingaben und Bewertungen funktionieren über eine App, die auf einem am Montagetisch befestigten Tablet läuft und welche über Schnittstellen zu übergeordneten Softwaresystemen wie Datenbanken verfügt.

Digitale Montagetische in der Lernfabrik für vernetzte Produktion