Zum ersten Mal fand am 28. September 2023 die Konferenz Trendradar Mittelstand-Digital mehrerer Mittelstand-Digital Zentren statt. Dabei haben alle ein Ziel verfolgt: den Mittelstand digitalisieren!

Die Konferenz wurde zeitgleich an fünf Standorten in Deutschland ausgerichtet, darunter Berlin, Lingen, Köln, Leipzig und Stuttgart, jeweils mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Unter dem Motto „Von Prozessen bis KI – Digitale Transformation realisieren“ stand die Veranstaltung in Stuttgart.

Organisiert von den Mittelstand-Digital Zentren Saarbrücken, Klima.Neutral.Digital, Kaiserslautern, Darmstadt, Bau und Augsburg stand hier zum einen der Expertenvortrag „Bedrohungsanalyse für KMU durch Gamification“ von Tamara Wanner der HS Aalen auf dem Programm. Zudem konnten die Teilnehmenden die verschiedenen Demonstratoren der Zentren kennenlernen, beispielsweise einen KI-Koffer zur Schlüsselworterkennung oder einen KI-3D-Drucker zur optischen Prozessüberwachung. Daneben gab es auch die Chance ein Planspiel zu absolvieren, das Unternehmen dafür sensibilisiert Nachhaltigkeitsaspekte in allen Phasen mitzudenken.

Abschließend gab es eine Live-Schalte zu den anderen Standorten sowie eine Übertragung der Keynote von Fränzi Kühne zum Thema „Mastering Digital Transformation: KI, New Work und die Anwendung digitaler Trends“.

(Bildnachweis: © ibi research / VDMA Bayern / LHLK)

Im Rahmen des KI-Trainer Programms des Mittelstand-Digital Netzwerks wird ab Mai ein umfangreiches KI Train-the-Trainer Programm angeboten. Das Ziel ist die fundierte und anwendungsorientierte Vermittlung von KI-Kompetenz an die Teilnehmenden des Programms, welches sich an Multiplikatoren richtet, die in Kontakt zu kleinen und mittleren Unternehmen stehen.

Das Train-the-Trainer Programm der KI-Trainer hat das Ziel, die Teilnehmenden im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) in fachlicher, methodischer und pädagogischer Hinsicht weiterzubilden.

Sie sind bei einem Verband, einer Kammer, einer Wirtschaftsförderung oder einem weiteren Multiplikator tätig und wollen sich Fähigkeiten aneignen, kleine und mittlere Unternehmen (KMU) bei dem Thema KI zu informieren und qualifizieren?

Dann nutzen Sie unser bundesweites, kostenfreies und anbieterneutrales Train-the-Trainer Angebot. Lernen Sie von den KI-Expert:innen verschiedener Mittelstand-Digital Zentren alle Facetten der Künstlichen Intelligenz kennen, um selbst KMU bei der Implementierung von KI zu unterstützen. Das online-basierte Programm vermittelt in Form von Webinaren und interaktiven Workshops alle wichtigen Aspekte der KI in verschiedenen Modulen. Dabei werden sowohl die Grundlagen der KI adressiert als auch weiterführende Themen wie beispielsweise KI-Geschäftsmodelle und IT-Sicherheitsthemen.

Einen Infoflyer finden Sie hier zum Download sowie untenstehend die Terminübersicht. Weitere Informationen zum Programm gibt es auch direkt bei Mittelstand-Digital.

Hier anmelden

Terminübersicht 

Onboarding-Webinar
02.05.2023, 13:00-13:45 Uhr

Einführungsmodul: Grundlagen Künstlicher Intelligenz

Webinar: Einführung in die Künstliche Intelligenz
03.05.2023, 13:00-14:00 Uhr

Webinar: Chancen und Risiken Künstlicher Intelligenz
04.05.2023, 10:00-11:00 Uhr

Online-Workshop: Einführungsmodul
10.05.2023, 14:00-17:00 Uhr
oder
15.05.2023, 14:00-17:00 Uhr

Spezialisierungsmodul I: Daten & Algorithmen, Sicherheit & Recht

Webinar: Daten als Grundlage für den Einsatz von KI
15.05.2023, 10:00-12:00 Uhr

Webinar: Algorithmen – Klassische KI, Machine Learning und Deep Learning
16.05.2023, 10:00-12:00 Uhr

Webinar: Recht und KI
16.05.2023, 13:00-14:00 Uhr

Webinar: IT-Sicherheit im KI-Anwendungskontext
17.05.2023, 11:00-12:00 Uhr

Webinar: Algorithmen – Automatisiertes Maschinelles Lernen (AutoML)
17.05.2023, 13:00-14:00 Uhr

Online-Workshop: Sicherheit & Recht, Daten & Algorithmen
23. & 24.05.2023, 10:00-15:00 Uhr
oder
13. & 15.06.2023, 10:00-15:00 Uhr

Spezialisierungsmodul II: Usability, Readiness, Geschäftsmodelle

Webinar: Menschenzentrierte Gestaltung für KI
09.05.2023, 10:00-11:00 Uhr

Webinar: KI-basierte Geschäftsmodelle & KI-Readiness
11.05.2023, 10:00-11:30 Uhr

Online-Workshop: KI-Einsatz im Unternehmen
25.05.2023, 09:00-13:30 Uhr
oder
14.06.2023, 09:00-13:30 Uhr

Das Institut für Digitale Transformation der Hochschule Neu-Ulm bietet mittelständischen Unternehmen mit einem kostenfreien Qualifizierungsprogramm die Chance, ihre Fähigkeiten zur Digitalen Transformation weiterzuentwickeln. Der modular aufgebaute Onlinekurs ist zeitlich flexibel bearbeitbar und wird mit einer Teilnahmebescheinigung abgeschlossen. Eine Anmeldung ist jederzeit möglich.

Die Digitale Transformation gilt als strategisch wichtiges Thema für kleine und mittlere Unternehmen. Oftmals fehlt es jedoch an Fach- und Methodenwissen sowie konkreter praktischer Erfahrung, um die Digitalisierung erfolgreich zu meistern. Das Angebot des Instituts für Digitale Transformation bietet eine niederschwellige Möglichkeit, diese Wissens- und Erfahrungslücke zu schließen.

Details zum Kompaktkurs

Der Kompaktkurs mit dem Titel „Digitalkompetenzen@Bayerisch-Schwaben“ findet online statt und kann zeit- sowie ortsunabhängig bearbeitet werden. Die Inhalte sind in fünf frei wähl- und kombinierbare Module gegliedert. Somit können Unternehmen selbst entscheiden, welche Themen strategisch wertvoll und zielführend sind. Den Teilnehmenden wird zudem eine größtmögliche Flexibilität in der Bearbeitung des digital zur Verfügung gestellten Lernmaterials ermöglicht. Zielgruppen des Angebots sind Fach- und Führungskräfte, Projektleitende, Digitalisierungsbeauftragte und Auszubildende.

Folgende Module werden angeboten:

Modul 1: Digitale Transformation im Unternehmen ganzheitlich umsetzen
Dieses Modul vermittelt Methoden und Werkzeuge zur Analyse des digitalen Reifegrads, zur Entwicklung einer Digitalstrategie sowie zur digitalen Implementierung.
[Das Modul ist bereits verfügbar, Umfang: 10 Stunden]

Modul 2: Future of New Work – Neue Arbeitsstrukturen implementieren
Dieses Modul vermittelt Fachwissen zu neuen Arbeitsstrukturen, zu Digital Leadership, zu agilen Methoden sowie zur Förderung kreativer Denkweisen.
[Das Modul ist bereits verfügbar, Umfang: 6 Stunden]

Modul 3: Digitale Geschäftsmodelle – Neue Erlöspotentiale erschließen
Dieses Modul vermittelt Inhalte zur Geschäftsmodellinnovation sowie Methoden, um neue digitale Geschäftsmodelle zu identifizieren und umzusetzen.
[Das Modul ist ab dem 04.10.2022 verfügbar, Umfang: 8 Stunden]

Modul 4: Disruptive Technologien – Potentiale erkennen und umsetzen
Dieses Modul vermittelt Grundlagenwissen sowie Best Practices zu disruptiven Technologien wie z. B. Künstliche Intelligenz, Mixed Reality und Smart Data.
[Das Modul ist ab dem 29.11.2022 verfügbar, Umfang: 8 Stunden]

Modul 5: Sustainability – Energieeffizienz und Elektromobilität vorantreiben
Dieses Modul vermittelt Grundlagenwissen sowie Best Practices zur Mobilitätswende, zu Smart Grid und zu Ladeeinheiten sowie weiteren Themen der Elektromobilität.
[Das Modul ist ab dem 07.02.2023 verfügbar, Umfang: 8 Stunden]

Nutzen für teilnehmende Unternehmen

Mit Hilfe der vermittelten Lerninhalte werden die Teilnehmenden nach erfolgreichem Abschluss des Kurses neues Wissen zu aktuell relevanten Themen über digitale Technologien und Transformationsmethoden in ihre Unternehmen tragen. Dadurch können neue und innovative, digitale Initiativen innerhalb ihrer Firmen angestoßen sowie umgesetzt werden.

Somit bietet der Online-Kompaktkurs Mitarbeitenden die Möglichkeit, Fähigkeiten zur Digitalen Transformation weiterzuentwickeln, digitale Geschäftsmodelle zu konzipieren, die Potenziale disruptiver Technologien zu identifizieren und eine offene Innovationskultur zu entwickeln.

Hintergrundinformationen zum Kompaktkurs

Das Institut für Digitale Transformation übernimmt die inhaltliche Produktion und Betreuung des Kurses. Die Forschungseinheit der Hochschule Neu-Ulm beschäftigt sich seit seiner Gründung im Jahr 2016 mit der digitalen Transformation von mittelständischen Unternehmen.

Eine kostenfreie Teilnahme wird durch die REACT-EU-Förderaktion: „Berufliche Qualifizierung – Wissenstransfer aus den Hochschulen in die Unternehmen“ des europäischen Sozialfonds ermöglicht. Weitere Informationen zur Expertise des Instituts finden Sie unter: www.hnu.de/idt

Interessierte können sich unter folgendem Link zum Onlinekurs anmelden: www.hnu.de/dk-anmeldung

Von der Arbeit des Mittelstand-Digital Zentrums Augsburg sowie von den Lernumgebungen für die Schulungen am Fraunhofer IGCV machte sich Maximilian Funke-Kaiser, Digitalpolitischer Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, am 19. Juli selbst ein Bild.

„Digitalisierung muss vom Chef ausgehen“, stellte Maximilian Funke-Kaiser bei der Führung durch das Technikum am Fraunhofer-Institut für Gießerei-, Composite- und Verarbeitungstechnik IGCV fest. Diese Erfahrung hat er in seiner politischen Arbeit gemacht. Der Augsburger ist in dieser Legislaturperiode das erste Mal in den Bundestag eingezogen und hat außerdem die Funktion als Digitalpolitischer Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion inne. Somit ist er an digitalen Themen nah dran und steht im regelmäßigen Austausch mit Digitalminister Volker Wissing. Daneben kennt er aber auch die Unternehmenssicht, denn er war Geschäftsführer eines Familienbetriebs und hat selbst zwei Firmen gegründet.

Während seiner Sommertour hat er die Gelegenheit genutzt, das Mittelstand-Digital Zentrum Augsburg und seine Angebote näher kennen zu lernen. Ziel des Projekts ist es kleine und mittlere Unternehmen sowie das Handwerk bei der Digitalisierung zu unterstützen. Ein zentraler Bestandteil sind dabei die Schulungen, die unter anderem am Fraunhofer IGCV, einem der Projektpartner, angeboten werden. Vor Ort konnte Herr Funke-Kaiser von den Mitarbeiter:innen des IGCV, die zugleich für das Zentrum tätig sind, mehr über die Inhalte der beiden dort stattfindenden Schulungen erfahren und sich in die Rolle der Teilnehmer:innen hineinversetzen. Begleitet wurde der FDP-Politiker bei seiner Führung vom Leiter des Augsburger Zentrums, Andreas Estner, sowie vom Leiter des Fraunhofer IGCV, Prof. Dr.-Ing. Rüdiger Daub.

Erste Station war die Lernfabrik für vernetzte Produktion (LVP), in der ein Lernspiel durchgeführt wird, bei dem die Schulungsteilnehmer:innen ein ferngesteuertes Fahrzeug montieren und dabei verschiedene Rollen vom Meister bis zum Monteur einnehmen. In drei Runden mit zunehmendem Digitalisierungsgrad werden die Teilnehmer:innen langsam an die Digitalisierung herangeführt – am Anfang noch mit Auftragszettel und Handbuch, am Ende mit Tablet und NFC. So kann jeder selbst erkennen, welche Vorteile Digitalisierung bietet, aber auch welche Tücken es gibt, beispielsweise bei schlecht umgesetzten Lösungen. Dem stimmte Herr Funke-Kaiser zu, denn Digitalisierung müsse als ganzheitlicher Prozess betrachtet werden und quer durch die Gesellschaft Akzeptanz mittels Anwendungen und stetigen Lernprozessen erhalten.

Laura Merhar (Fraunhofer IGCV) erklärt Maximilian Funke-Kaiser die Abläufe in der Lernfabrik für vernetzte Produktion

In der zweiten Lernumgebung, dem Lernlabor Robotik, befinden sich verschiedene Leichtbaurobotersysteme, die die Schulungsteilnehmenden testen können. Auch hier zeigte sich Herr Funke-Kaiser begeistert, doch es waren sich alle einig, dass diese komplexen Systeme beherrscht werden müssen und die Implementierung eine zentrale Herausforderung für Unternehmen darstellt.

Christian Härdtlein (Fraunhofer IGCV) führt einen Roboter vor

Nach eineinhalb Stunden stand für den Politiker der nächste Termin an, aber er ging nicht ohne zu betonen: „Echt sehr, sehr spannend. Ich könnte hier den ganzen Tag verbringen.“ Dann bis zum nächsten Mal!

v.l.: Maria Bachmaier (VDMA Bayern), Laura Merhar (Fraunhofer IGCV), Andreas Estner (VDMA Bayern), Maximilian Funke-Kaiser, Prof. Dr.-Ing. Rüdiger Daub (Fraunhofer IGCV)

„Ist Digitalisierung etwas Wertvolles? Ja, wenn man es richtig macht“, stellte Keynote Speaker Professor Johannes Fottner der Technischen Universität München am 07. Juli 2022 beim Kick-off des Mittelstand-Digital Zentrums Augsburg klar. Wie das Zentrum Unternehmen auf dem für sie richtigen Weg der Digitalisierung unterstützt, konnten die Teilnehmenden beim Event in Erfahrung bringen.

Unter den Gästen befanden sich nicht nur interessierte Vertreter:innen kleiner und mittlerer Unternehmen verschiedener Branchen, sondern auch von Verbänden und weiteren Institutionen. Sie wurden von den Zentrumsmitarbeiter:innen in der Versuchshalle des Lehrstuhls für Fördertechnik Materialfluss Logistik (fml) der Technischen Universität München (TUM) in Garching empfangen, um an einem kurzweiligen Nachmittag die Angebote des Mittelstand-Digital Zentrums Augsburg kennenzulernen. Dabei stand das Programm der Veranstaltung unter dem Motto „Digitalisierung als Schlüssel zu mehr Nachhaltigkeit“.

Mit Nachhaltigkeit in eine digitale Zukunft

In seiner Keynote „Nachhaltigkeit und Effizienz durch Information und Digitalisierung“ betonte Professor Johannes Fottner des Lehrstuhls fml, dass Nachhaltigkeit sowohl ökologisches als auch ökonomisches Ziel sein muss, nur so könne es funktionieren. Außerdem ging er auf die Wichtigkeit der Kreislaufwirtschaft für eine nachhaltige Zukunft ein. Er ist davon überzeugt, dass dies nur gemeinsam gelingt: „Viele Stellhebel in diesem Weg zur Circular Economy können nur durch ganzheitliches Denken und gemeinsames Handeln – übergreifend, interdisziplinär, multidisziplinär – erreicht werden.“ Die Digitalisierung spiele dabei eine wichtige Rolle, allerdings habe „Digitalisierung um des Digitalisierens Willen relativ wenig Werthaltigkeit.“ Dass sich die Kreislaufwirtschaft für Unternehmen aber wirtschaftlich durchaus lohnt, bekräftigte Professor Fottner anschließend im kurzen Austausch mit dem Publikum.

Wie die Umsetzung eines gemeinsamen Projekts eines Unternehmens mit dem Augsburger Zentrum aussehen könnte, präsentierte Senior Researcher am Fraunhofer IIS und Zentrumsmitarbeiter Dr. Tassilo Schuster am Beispiel von GP JOULE. Das Unternehmen bietet Lösungen für regenerative Energien an. Im Rahmen einer Potenzialanalyse wurde die digitale Wertschöpfung in der Wasserstoffwirtschaft untersucht. Daraus ergaben sich für GP JOULE nicht nur verschiedene zukunftsweisende Lösungsansätze, sondern auch Aspekte für ein mögliches Folgeprojekt.

Praxisnahe Einblicke durch spannende Führungen

Einen Einblick in die aktuelle Forschung erhielten die Besucher:innen bei Führungen durch die Versuchshallen des Instituts für Werkzeugmaschinen und Betriebswissenschaften (iwb) sowie des Lehrstuhls fml der TUM. Weitere Beispiele gab es im Mittelstand-Digital Mobil des Zentrums Augsburg, einem einzigartigen Showroom-Lkw, zu bestaunen. Hier konnten die Teilnehmenden die Anwendungen selbst testen, zum Beispiel eine Augmented-Reality-Brille, die bei der Kommissionierung unterstützt.

In einer Netzwerkpause hatten die Teilnehmenden die Möglichkeit, um sich über ihre Eindrücke auszutauschen sowie mit den Mitarbeiter:innen des Zentrums ins Gespräch zu kommen und sich dabei unter anderem über das aktuelle Schulungsangebot und die Expertennetzwerke zu informieren. Als Partner am Zentrum Augsburg sind das Fraunhofer-Institut für Gießerei-, Composite- und Verarbeitungstechnik IGCV sowie das Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS, die fortiss GmbH, die ibi research an der Universität Regensburg GmbH sowie die Technische Universität München mit dem Lehrstuhl für Fördertechnik Materialfluss Logistik (fml) und dem Institut für Werkzeugmaschinen und Betriebswissenschaften (iwb) beteiligt. Der VDMA Bayern hat die Leitung des Zentrums inne.

Führung durch das Mittelstand-Digital Mobil des Zentrums Augsburg
Führung durch die Versuchshalle des iwb der TUM
Führung durch die Versuchshalle des Lehrstuhls fml der TUM

Sie möchten sich weitergehend über die Angebote des Zentrums informieren oder haben vielleicht schon eine konkrete Idee im Kopf? Unser Team hilft Ihnen gerne weiter.

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Am 01. März 2022 startete das Mittelstand-Digital Zentrum Augsburg mit dem Ziel, kleine und mittlere Unternehmen (KMU) und das Handwerk bei der Digitalisierung zu unterstützen. Das Zentrum wurde im Rahmen des Förderschwerpunktes „Mittelstand-Digital“ des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) gegründet und wird mit rund 5 Millionen Euro über eine Laufzeit von drei Jahren gefördert.

Dem neuen Zentrum ging das Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Augsburg voraus, welches in den letzten fünf Jahren zum etablierten Ansprechpartner für die Digitalisierung im Mittelstand in Bayern geworden ist. Neben dem Mittelstand-Digital Zentrum Augsburg gehören 27 weitere Zentren zum Förderschwerpunkt Mittelstand-Digital. Die in diesem Netzwerk vorhandenen Kompetenzen ergänzen sich und stellen ein flächendeckendes Unterstützungsangebot für KMU bereit. Durch die Vernetzung der Zentren bei Mittelstand-Digital bietet jedes Zentrum eine Anlaufstelle für Unternehmen, um sämtliche Fragestellungen der Digitalisierung im Mittelstand qualifiziert beantwortet zu bekommen.

Das Mittelstand-Digital Zentrum Augsburg besitzt insbesondere die Schwerpunkte „Nachhaltigkeit“, „Digitale Strategien“, „Künstliche Intelligenz“, „Arbeit 4.0“, „Finanzen 4.0“ und „Vernetzte Produktion & Logistik“. In zielgruppengerecht aufbereiteten Angeboten wird dieses Wissen gebündelt, aufbereitet und praxisnah vermittelt. Unterschiedliche Transferleistungen bieten Unternehmen bedarfsorientierte, kostenfreie Zugänge und Wege zum „Unternehmen der Zukunft“: Von einer Factory- oder Lab-Tour, bei der Digitalisierungslösungen live erlebt werden können, über eine vertiefende Schulung zur fachlichen Weiterbildung bis hin zur Umsetzung eines langfristigen Projektes gemeinsam mit dem Zentrum.

Die primäre Zielgruppe des Zentrums Augsburg umfasst das produzierende Gewerbe, das Handwerk sowie die produktionsnahe und konsumentenorientierte Dienstleistungswirtschaft. In erster Linie werden KMU angesprochen, die aufgrund einer geringeren Mitarbeiteranzahl stärker auf externe fachliche und personelle Unterstützung angewiesen sein könnten. Ein besonderes Anliegen ist es, auch in entlegenere Regionen in Bayern vorzudringen, um sämtlichen Unternehmen – egal ob in ländlicher Umgebung oder in der Nähe zu den Standorten des Zentrums – ein unterstützender Partner zu sein.

Zur bestmöglichen Unterstützung der KMU arbeitet im Rahmen des Mittelstand-Digital Zentrums Augsburg ein Konsortium unterschiedlicher Vertreter aus Forschung und Transfer zusammen. Als Forschungspartner mit umfassendem Know-how in Bezug auf digitale Strategien und Industrie 4.0 bringt sich die Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung e.V. mit seinen beiden Instituten, dem Fraunhofer-Institut für Gießerei-, Composite- und Verarbeitungstechnik IGCV und dem Fraunhofer-Institut für integrierte Schaltungen IIS in das Projekt ein. Zudem agiert das Forschungs- und Transferinstitut des Freistaats Bayern für softwareintensive Systeme (fortiss) als Experte im Bereich von Softwarelösungen und KI, die ibi research an der Universität Regensburg GmbH für den Themenbereich Finanzen 4.0 sowie die Technische Universität München mit dem Lehrstuhl für Fördertechnik Materialfluss Logistik (fml) und dem Institut für Werkzeugmaschinen und Betriebswissenschaften (iwb) für die Bereiche Logistik, Nachhaltigkeit und Arbeit 4.0 in der Produktion. Als Schnittstelle zu den Unternehmen ist der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e.V. mit seiner Geschäftsstelle in München (VDMA Bayern) am Zentrum beteiligt, der zugleich die Leitung des Zentrums innehat.

Bis zum Jahr 2050 soll der Strom in der Bundesrepublik Deutschland vollständig aus erneuerbaren Energiequellen wie Sonne oder Wind stammen. Die große Herausforderung dabei ist, dass Energie aus regenerativen Quellen lokalen und zeitlichen Schwankungen unterliegt. So kommt es vermehrt zu Situationen, in denen zu viel oder zu wenig Strom zur Verfügung steht, was unser Energiesystem stark belastet. Deshalb untersucht das Forschungsprojekt "SynErgie", wie die Industrie helfen kann, diese Schwankungen auszugleichen, indem sie ihre Nachfrage flexibel an das Stromangebot anpasst – ohne dass die Qualität der Produkte darunter leidet. In einer kostenfreien Analyse können Unternehmen ihre Flexibilitätspotentiale aufdecken.

Worum geht es?

  • Elektrizität durch flexible Lasten genau dann (nicht) abzunehmen, wenn zu viel oder zu wenig davon im Netz ist, ist oft billiger als deren Speicherung. Gerade produzierende Unternehmen verfügen hier über nennenswerte Potentiale. Gleichzeitig lässt der steigende Anteil erneuerbarer Energien im Netz erwarten, dass diese Art der Netzstützung auch zu einem wirtschaftlich interessanten (Neben-)Geschäftsmodell werden könnte.
  • Bislang wurde in entsprechenden Untersuchungen oft auf große Unternehmen abgestellt. Das soll nun im Rahmen des eines Teilprojekts von SynErgie II  (gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung) geändert werden. Gezielt sollen die Flexibilitätspotentiale kleiner und mittlerer produzierender Unternehmen untersucht werden. Gleichzeitig lernen die Forscher, was die besonderen Herausforderungen kleiner und mittlerer Unternehmen sind – diese Erkenntnisse sollen auch dazu beitragen, deren Rahmenbedingungen in Zukunft zu verbessern.

Wie läuft das ab?

  1. Sie können sich für eine kostenlose Flexibilitätsanalyse im Rahmen des Projektes bewerben.
  2. Wenn Sie ausgewählt werden, bitten Sie die Experten der TU München und des Fraunhofer IGCV um Daten zu Ihrem Energieverbrauch und zu Art und Umfang Ihrer Produktion. Ziel ist es, Ihr Unternehmen kennenzulernen und den folgenden Schritt bestmöglich vorzubereiten.
  3. Die Expertinnen und Experten vereinbaren einen (selbstverständlich Corona-konformen) Vor-Ort-Termin mit Ihnen. Dabei geht es konkret um Ihr Unternehmen und darum, wie Sie mit Lastflexibilisierung einen wirtschaftlichen, produktionstechnischen und nicht zuletzt ökologischen Vorteil erlangen können.
  4. Sie erhalten einen abschließende Zusammenfassung Ihrer Möglichkeiten mit ersten Handlungsempfehlungen.

Was hat Ihr Unternehmen davon?

  • Der Blick von außen verhindert „Betriebsblindheit“ – und deckt mögliche wirtschaftliche Potentiale auf.
  • Sie erhalten (zusätzliche) Informationen zur Energienutzung in der Produktion und eine Einschätzung zur Eignung Ihrer Produktion für die Lastflexibilisierung.
  • Sie erhalten Empfehlungen, wie Sie künftig an dem Thema weiter „dran bleiben“ können.
  • Sie erhalten direkten Zugang zu Expertenwissen von zwei großen produktionstechnischen Instituten in Bayern.

Weitere Informationen und Kontakt

Künstliche Intelligenz ist im Grunde die logische Fortführung der Digitalisierung – und ist dabei keinesfalls neu. Die grundsätzlichen Ideen dahinter existieren bereits seit einigen Jahrzehnten. Digitalisierung ermöglicht uns jetzt, die zahlreichen Daten von Maschinen, aus dem ERP-System oder aus der Umwelt zu sammeln, zu speichern und durch Datenanalyse und maschinelle Lernverfahren gewinnbringend zu nutzen.

Als Teil der nationalen KI-Strategie der deutschen Bundesregierung wurde Mitte 2019 das Programm „KI für KMU“ ins Leben gerufen. Im Zuge dessen unterstützt das Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Augsburg seit 1. September 2019 den bayerischen Mittelstand bei Fragen rund um Künstliche Intelligenz und die Nutzung von Daten. Unsere drei KI-Trainer:innen sind als Expert:innen des Kompetenzzentrums die Ansprechpersonen für kleine und mittlere Unternehmen, wenn sie Künstliche Intelligenz im Betrieb und im Geschäftsmodell anwenden möchten. Die KI-Trainer:innen informieren in Schulungen und Informationsveranstaltungen und begleiten die Unternehmen in Potenzialanalysen und Umsetzungsprojekten.

Hier stellen wir sie Ihnen vor:

 

Marcus Röhler

Marcus Röhler studierte Maschinenwesen mit Schwerpunkt Produktionstechnik und Mechatronik an der Technischen Universität München. Seit 2017 ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fraunhofer IGCV in Augsburg und beschäftigt sich hier mit dem Einsatz maschineller Lernverfahren in der Produktion – Beispiele hierfür sind Predictive Quality und Deep Reinforcement Learning.

Wie unterstützt du den bayerischen Mittelstand als KI-Trainer?

In zahlreichen Projekten mit Unternehmen konnte ich Einblicke in die derzeitigen Problemstellungen und Herangehensweisen von kleinen bis großen Unternehmen in den Bereichen Digitalisierung und Künstliche Intelligenz gewinnen. Als KI-Trainer kombiniere ich diese Erkenntnisse aus der Industrie mit meinen Erfahrungen in der Anwendung von KI-Ansätzen. Mein Ziel ist es, Transparenz bezüglich der Möglichkeiten und Grenzen von Künstlicher Intelligenz zu schaffen und Unternehmen Werkzeuge zur Auseinandersetzung mit der komplexen Thematik an die Hand zu geben.

 

Anja Miller

Anja Miller studierte im Studiengang Applied Research in Business Information Systems an der Hochschule Augsburg und ist seit 2020 wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Abteilung Produktionsmanagement am Fraunhofer IGCV. Speziell beschäftigt sie sich mit der Anwendung, Kombination und Weiterentwicklung von Data-Science- und KI-Methoden für die Entscheidungsunterstützung in der Produktionsplanung und -steuerung.

Wie kann der Mittelstand Data Mining für sich nutzen?

Der Mittelstand kann Data Mining-Methoden zur Analyse großer Datenmengen in vielfältigen Anwendungsgebieten nutzen. Beispiele dafür sind die Vorhersage von Bauteilqualitäten oder die intelligente Prozessregelung von Maschinen. Mit Data Mining können unbekannte Muster entdeckt und in Wissen überführt werden. Dieses Wissen kann anschließend gewinnbringend eingesetzt werden. So können beispielsweise Maschinenausfälle frühzeitig erkannt und damit unnötige Stillstandzeit vermieden werden.

 

Patrick Zimmermann

Patrick Zimmermann studierte Maschinenbau an der Technischen Universität München mit Schwerpunkten in der Fahrzeug- und Motorentechnik sowie mechatronischen Entwicklung. Seit 2018 ist er als wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Abteilung Anlagen- und Steuerungstechnik am Fraunhofer IGCV tätig. Dort beschäftigt er sich insbesondere mit Themen der Produktionsvernetzung und Datengewinnung sowie deren Weiterverarbeitung.

Welche Voraussetzungen gibt es für die Nutzung von Künstlicher Intelligenz im Unternehmen?

Damit Methoden aus dem Bereich der künstliche Intelligenz überhaupt angewendet werden können, ist es zunächst wichtig, eine einheitliche und aussagekräftige Datenbasis im Unternehmen zu schaffen. Kann auf die Daten nicht zugegriffen werden, sind diese schwer interpretierbar oder sind schlichtweg zu wenige Daten vorhanden, so bringt auch die Anwendung von KI-Methoden nur einen geringfügigen Vorteil. Insbesondere im Mittelstand sollte man sich daher zunächst mit den Voraussetzungen zur Anwendung von KI beschäftigen und sich dabei gezielt am erwünschten Nutzen orientieren.

 

Unsere nächsten Veranstaltungen zum Thema KI finden Sie hier.

In einer Veranstaltungsreihe entwickeln Studierende und erfahrene Coaches mit Daten realer Unternehmen neue Geschäftsmodelle.

Machine Learning, kurz ML: Das ist eigentlich nichts Neues. „ML gibt es schon seit 1959“, wie Hubert Würschinger vom Lehrstuhl für Ressourcen- und Energieeffiziente Produktionsmaschinen (RE²P) der Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) zu berichten weiß. Und ML ist bereits in weiten Industriebereichen im Einsatz: „Zum Beispiel dort, wo wir fast täglich arbeiten: Bei Übersetzungen beispielsweise oder beim Telefonieren, wo wir Hintergrundgeräusche von der Sprache trennen“, erklärte er seinem virtuellen Publikum. Dieses – darunter Studierende, Firmenvertreter*innen und Forschende – hatte sich zur Auftaktveranstaltung von „Wir heben Deinen Datenschatz“ getroffen. Das Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Augsburg ist hierbei ein wichtiger Partner.

Mit dieser neuen Initiative hofft das „Netzwerk Kreative Digitale Industrien“ von VDI-Bezirksverein Bayern Nordost e.V. und VDE-Bezirksverein Nordbayern e.V., dass „interessierte Studierende sowie Mittelstands-Unternehmen künftig gemeinsam neue digitale Geschäftsmodelle gestalten. Die dringen durch den frischen und oft disruptiven Blick von außen leichter ans Tageslicht, als wenn man sich seit Jahren oder Jahrzehnten im Betrieb befindet“, erläutert Netzwerk-Sprecher Matthias Barbian das Konzept.

Die Idee hinter der Initiative: Versteckte Datenschätze gerade kleinerer Firmen erkennen, heben und durch ML nutzen. Das bietet Vorteile für beide Seiten: Die Unternehmen bekommen durch Studierende frisches Denken und hohe technische Expertise ins Haus. Und die Hochschüler*innen erhalten schon während des Studiums erste, oft sogar umfassende Einblicke in Mittelstands-Firmen – und möglicherweise sogar eine Chance auf langfristige Bindung. Denn während Konzerne sich Berater leisten oder die eigenen IT-Abteilungen massiv ausbauen, stehen Mittelstandsunternehmer*innen oft recht hilflos vor der Frage: Wie schaffe ich die notwendige Digitalisierung meiner Prozesse?

Für dieses Dilemma bietet die Initiative nun Abhilfe. Auch das Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Augsburg leistet dabei mit dem Experten Simon Klose einen Beitrag.

Derzeit finden sich Teams aus Studierenden zusammen, die bald gemeinsam Digitalisierungs-Lösungen für kleine und mittlere Unternehmen entwickeln sollen. Eigentlich war geplant, dass das erste Treffen live im und am sogenannten „Mittelstand 4.0-Mobil“ des Kompetenzzentrums stattfindet. Das Mobil „ist ein einzigartiger Ausstellungsraum auf Rädern, ausgestattet mit praxisnahen Demonstratoren für die Digitalisierung in der Industrie. Die verschiedenen Anwendungen können Besucher*innen live ausprobieren“, erklärt Simon Klose. Sowohl Unternehmen als auch Multiplikatoren wie Verbände und Kammern können das Mobil kostenfrei zu sich vor Ort anfordern: Genau das hatte das Ingenieurs-Netzwerk auch für die Live-Startveranstaltung lange geplant. Dann kam Corona – und der persönliche Treff fiel dem Virus zum Opfer, konnte also nur digital ablaufen.

Das Bindeglied zwischen den studierenden Datenschatz-Hebern, die in Teams agieren werden, und den betreuten Firmen sind sogenannte „Coaches“: Fachleute wie Hubert Würschinger von der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen oder Helen Landhäußer von der LOOXR GmbH.

Für „Wir-heben-Deinen-Datenschatz“-Organisator Matthias Barbian ist „diese Strategie Best Practice: Einfach mal loslegen, etwas auszuprobieren“. Seine Hoffnung: Möglichst viele Unternehmen und Studierende finden, die sich darauf einlassen. „Auch Ausgebildete und Auszubildende können übrigens mitmachen: Das Projekt ist nicht nur Akademiker*innen vorbehalten. Je gemischter die Teams, desto besser“. Geplant sei natürlich, mehrere Gruppen zur Hebung von Datenschätzen unterschiedlicher Themenfelder zusammen zu bekommen, betont Matthias Barbian. Das soll spätestens am 22. Oktober geschehen: Da geht „Wir heben Deinen Datenschatz“ in die zweite Runde – mit dem ersten persönlichen Treffen am Mittelstand 4.0-Mobil in Franken.

Weitere Infos unter www.wir-heben-deinen-datenschatz.de